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STADT UND LAND im gesellschaftlichen Dialog

29. Mai 2008 - „Lebensstil ist wichtiger als Herkunft!“ STADT UND LAND im gesellschaftlichen Dialog mit Sebastian Beck, Wissenschaftlicher Referent des vhw Bundesverbands für Wohneigentum und Stadtentwicklung e.V.


Wie leben Menschen unterschiedlicher Herkunft in ihren Wohnbezirken? Welche Wohnwünsche haben Mitbürger aus anderen Ursprungsländern in der Stadt? Um diese Fragen ging es bei der 6. Veranstaltung in der Reihe „STADT UND LAND im gesellschaftlichen Dialog“ im Rathaus Neukölln. Sebastian Beck stellte dabei die Ergebnisse von ersten Studien aus dem Bundesgebiet vor. Vieles davon, so wurde bei dem Vortrag deutlich, kann in der einen oder anderen Form auch auf Neukölln bezogen werden. Da ist zunächst der Begriff der „Milieus“. Menschen aus anderen Herkunftskulturen bilden ebenso wie die deutsche Bevölkerung verschiedene Lebensformen aus. In manchen Gruppen werden strenge moralische Normen angelegt, andere betonen mehr die Bedeutung der Berufstätigkeit. Eine dritte Gruppe strebt nach dem Ideal der Selbstverwirklichung. In Deutschland haben rund 15 Millionen Menschen einen Zuwanderungshintergrund. Sebastian Beck deutete die unterschiedlichen Wohnformen an. Während die einen sich aufgrund ihrer stark religiös geprägten Familienstruktur eher in überschaubaren Einheiten zurückziehen, suchen die anderen hauptsächlich über die Arbeitswelt den Kontakt zur einheimischen Kultur. Sie wollen sich integrieren. Noch mehr trifft das auf jene Menschen aus anderen Kulturen zu, die sich ganz gezielt in deutsche Milieus begeben, um ihre Mitwirkungschancen in der Gesellschaft zu verbessern. Integration geht hier einher mit der Annäherung an Wohn- und Lebensformen in unserem Lande. Die Studie des vhw, basierend auf rund 100 mehrstündigen Gesprächen mit Menschen aus verschiedenen Herkunftsländern, macht darauf aufmerksam, dass die Ansprüche an das Wohnen bei diesen Mitbürgern oftmals nicht so hoch sind wie bei der deutschen Bevölkerung. Das Ideal einer ethnischen Mischung ist häufig kaum erwünscht. Stattdessen treten wechselseitige Ängste „vor dem anderen“ zutage. „Wer zufrieden ist, will nicht wegziehen.“, so Beck - das belegte die Studie erneut. Diese Schlussfolgerung des Soziologen ist für ein erfolgreiches Wohnungsunternehmen seit Jahren die Richtschnur des Handelns. Konfliktpotenziale müssen ausgeräumt werden, die Balance sollte stimmen. Dass es in diesem Feld interessante Entwicklungen gibt, wurde auch deutlich. So erwerben immer mehr Menschen mit Wurzeln aus anderen Kulturen Wohneigentum. Dies wird in der Regel als Ausdruck einer gelungenen Integration gesehen. Das Fazit von STADT UND LAND Geschäftsführer Michael Niestroj: „Der individuelle Lebensstil hat, das belegt diese Studie eindrucksvoll, letztlich weit mehr Gewicht für das Zusammenleben als die Herkunft“. In Sachen Integration, so eine sicher nicht unerwartete Erkenntnis des Abends, gibt es indes noch viel zu tun.

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