In Tempelhof sind bald wieder die Drachen los!

In Tempelhof sind bald wieder die Drachen los!

Hobbypilot Marc Pikur im Porträt

-

Überdimensionierte Schweine, Zwerge und gigantische Turbinen: Bis zu 50 Meter lang sind die Flugdrachen und Windspiele, die in Marc Pikurs Werkstatt entstehen. Der Berliner ist Drachenflieger aus Leidenschaft. Auch auf dem STADT UND LAND – Festival der RIESENDRACHEN ist er mit seinen Kreationen vertreten.

Kaum jemand kann seine Augen vom Himmel abwenden, wenn dort bunte Drachen schweben. Immer farbenfroher, raffinierter und größer sind die Fluggeräte über die Jahrzehnte geworden. Der Berliner Marc Pikur gehört zu denen, die das Spektakel an den Himmel bringen. Er ist Drachenflieger und -bauer, und das seit mittlerweile mehr als 30 Jahren. „Ich bin ganz zufällig dazu gekommen“, berichtet Marc Pikur. Im Alter von zwölf, 13 Jahren habe er auf dem Prenzlauer Berg Drachenflieger beobachtet. An die eigenen Erfahrungen aus früherer Kindheit erinnert, nahm Marc Pikur den Faden wieder auf und bastelte aus Holz und Butterbrotpapier einen eigenen Drachen – mit bescheidenen Ergebnissen beim Probeflug. Die Drachenflieger vom Prenzlauer Berg halfen mit Tipps und einer Skizze für eine bessere Konstruktion aus. Seither hat der Berliner seine Technik immer weiter optimiert. Vom Taschengeld kaufte er Stoffe, aus denen er an Omas Nähmaschine Fluggeräte herstellte. Auch heute noch näht der 45-Jährige seine Drachen und Windspiele überwiegend selbst an der heimischen Nähmaschine. Als Werkstatt dient ihm sein Arbeitszimmer. „Es braucht weniger Platz, als man denkt. Es reichen ein Tisch zum Zuschneiden und eine Nähmaschine“, berichtet der Berliner. Kaum zu glauben, wenn man bedenkt, dass manches seiner Fluggeräte an die 50 Meter misst.

Ideen für neue Flugdrachen

Marc Pikurs Spezialität sind stablose Drachen – diese können groß sein, haben aber ein günstigeres Packmaß, sind somit besser zu verstauen und obendrein noch sicherer, weil die Stangen wegfallen. Die Drachen werden allein durch den Wind aufgeblasen. Ideen für neue Flugdrachen findet der 45-Jährige überall. Mitunter muss auch ein Kuscheltier dran glauben, das in seine Einzelteile zerlegt und dann nachgenäht wird – aufs Vielfache skaliert, versteht sich.
Einige der Stücke, die Marc Pikur besonders am Herzen liegen, sind Zwerge, die im Rahmen eines Gemeinschaftsprojekts mit anderen Drachenfliegern entstanden sind. Dabei erhielt jeder Zwerg die Berufskleidung eines der Teilnehmenden: So ist ein Mechatroniker entstanden. Für Marc Pikurs Frau, die früher bei der Feuerwehr tätig war, wurde eine Zwergin mit entsprechender Uniform angefertigt. Inzwischen ist Marc Pikur in der Saison – „von Ostern bis Oktober“ – etwa jedes zweite Wochenende unterwegs zu Drachenfestivals. Besonders angetan haben es ihm die Nord- und Ostseeküste mit ihren Windverhältnissen, mit denen die Hauptstadt bei aller Liebe nicht mithalten kann. Aber auch nach Kasachstan ist er schon gereist. Meist sind auch seine Frau und seine Tochter dabei – mit ihren sechs Jahren ist diese noch mit Begeisterung dabei.

Technik immer weiter verfeinert

„Auch nach 30 Jahren gibt es immer wieder was Neues zu sehen“, begründet Marc Pikur seine Faszination für sein Hobby. Und auch wenn die Grundbestandteile immer noch die gleichen sind, beispielsweise Holz, Nylontuch, Schnur und Kohlefaserstangen, hat sich bei der Bautechnik über die Jahrzehnte einiges getan. Millimeterpapier und Zirkel wurden durch Scanner und Rechner ersetzt, und nach oben hin sind alle Möglichkeiten offen. An mancher Stelle ist Marc Pikur aber bislang traditionell geblieben. So nutzt er beispielsweise immer noch klassische Cutter zum Zuschneiden der Stoffe.
Ein neuer Drachen oder ein neues Windspiel entstehen manchmal an einem Nachmittag, manchmal an einem Wochenende. Bedarf für Nachschub gibt es stetig: „Der größte Feind der Drachen ist die Sonne“, erzählt Marc Pikur. Die Strahlung setzt dem Material zu, sodass manche Drachen schon nach drei bis fünf Jahren verschlissen sind. „Ein toller Drachen wird trotzdem geflogen, wenn möglich“, so der Berliner. „Auch wenn das Abrüsten eines Drachens immer ein bisschen weh tut.“ Manche Stücke schaffen es nach „Dienstschluss“ in Ausstellungen oder mitunter auch an die Wohnzimmerdecke der Pikurs.
Beim STADT UND LAND – Festival der RIESENDRACHEN ist Marc Pikur von Anfang an dabei. „In Berlin ist das fürs Drachenfliegen die Top-Location“, sagt er. Auch in diesem Jahr werden seine Kreationen wieder auf dem Tempelhofer Feld zu bewundern sein. Turbine, Riesen-Schweinchen oder fliegende Zwergenparade? Lassen Sie sich überraschen – beim 13. STADT UND LAND – Festival der RIESENDRACHEN am Samstag, 12. September 2026.

Alle Infos finden Sie auf stadtundland.deDieser Link führt zu einer externen Seite.

Loading analytics...