Wenn Nachbarschaft Leben rettet: Die KATRETTER-App hilft dabei

Hauptberuflich arbeitet Eileen Seibt-Zudse seit über 18 Jahren bei SOPHIA, dem Tochterunternehmen der STADT UND LAND, und ist eine von rund 10.000 registrierten KATRETTERN.

Two smiling women wearing matching Red Cross shirts, standing outdoors with buildings and trees in the background.

Die SOPHIA Berlin GmbH unterstützt Menschen dabei, sicher und selbstbestimmt im eigenen Zuhause und im Quartier zu leben. Bei KATRETTER handelt es sich um eine App der Berliner Feuerwehr. Sie alarmiert Menschen, wenn in ihrer Nähe eine Person einen Herz-Kreislauf-Stillstand erleidet. So kann noch vor dem Eintreffen des Rettungsdienstes mit Wiederbelebungsmaßnahmen begonnen werden. Dabei gilt in Berlin ausdrücklich: Jeder Mensch mit Erste-Hilfe-Kenntnissen kann mitmachen. In unserer Stadt ist Nachbarschaft schließlich mehr als die Wohnung nebenan. Aus diesem Grund unterstützt auch die STADT UND LAND gerne die Bewerbung der kostenlosen App.

Der Alarm mitten im Arbeitsalltag

Nur zwei Minuten von ihrem Schreibtisch entfernt fand Eileen Seibt-Zudse nach KATRETTER-Alarmierung im Februar 2025 im Nachbarhaus einen bewusstlosen Mann ohne Atmung. Sofort begann sie mit der Herzdruckmassage und rettete dem Mann damit das Leben. Vermutlich wäre dies nicht so ausgegangen, wenn bis zum Eintreffen der Feuerwehr der Kreislauf stillgestanden hätte. Einfach gesagt: Blut, was stillsteht, gerinnt. Jede Minute, in der das Herz stillsteht, kostet in etwa 10 Prozent Überlebenswahrscheinlichkeit. Da der Rettungsdienst meist erst nach 10 Minuten am Einsatzort eintrifft, hat der Patient ohne Aufrechterhaltung des Kreislaufs durch eine Herzdruckmassage meist keine Chance.

Die App alarmiert mehrere registrierte KATRETTER im fußläufigen Radius von wenigen Minuten. Dementsprechend ist die Wahrscheinlichkeit hoch, jemandem aus der Nachbarschaft helfen zu können. Internationale Studien zeigen, dass Apps wie KATRETTER die Überlebenswahrscheinlichkeit verdreifachen können.

Ein Wiedersehen voller Dankbarkeit

Normalerweise erfahren Ersthelferinnen und Ersthelfer nicht, was aus den Menschen wird, denen sie geholfen haben. In diesem Fall war es anders. Schon am Tag nach dem Einsatz suchte die Ehefrau des Patienten den Kontakt und wollte wissen, wem sie das Überleben ihres Mannes zu verdanken hat. Rund ein halbes Jahr später kam es zum persönlichen Treffen. Mit Blumen und herzlichen Worten empfing die Familie die Lebensretterin. Eileen Seibt-Zudse setzt sich seit diesem Erlebnis umso mehr dafür ein, dass sich mehr Berlinerinnen und Berliner registrieren.

Die App ist einfach zu verstehen und funktioniert intuitiv.

Gut zu wissen: Auch Sie können Lebensretter werden

Wer mithelfen möchte, kann die App kostenlos herunterladen und sich als Ersthelferin oder Ersthelfer eintragen. Denn eine starke Nachbarschaft entsteht nicht von allein. Sie lebt von Menschen, die füreinander einstehen.

Genau dafür engagiert sich auch STADT UND LAND: für Quartiere, in denen man sich kennt, sich hilft und gemeinsam wächst.

WIE KANN ICH HELFEN?

Als KATRETTER kann sich grundsätzlich jede volljährige Person registrieren, die über grundlegende Erste-Hilfe-Kenntnisse verfügt.

Das Prinzip ist einfach: Wird eine bewusstlose Person ohne normale Atmung aufgefunden, sollte zunächst der Notruf 112 gewählt werden. Anschließend wird der Brustkorb freigemacht und unverzüglich mit der Herzdruckmassage begonnen. Dabei wird die Mitte des Brustkorbs etwa fünf bis sechs Zentimeter tief mit einer Frequenz von ungefähr 100 bis 120 Druckbewegungen pro Minute eingedrückt.

Wer sich bei diesen Maßnahmen unsicher fühlt oder seinen Erste-Hilfe-Kurs schon vor längerer Zeit absolviert hat, sollte sein Wissen regelmäßig auffrischen.

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